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Müssen Mitarbeiter laut EU AI Act eine KI-Schulung machen?

Seit dem 2. August 2025 gilt der EU AI Act vollständig – und mit ihm eine Anforderung, die viele Unternehmen noch unterschätzen: die Pflicht zur Sicherstellung von KI-Kompetenz bei Mitarbeitenden. Die Frage, ob eine KI-Schulung laut EU AI Act verpflichtend ist, lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Es kommt auf den Kontext an – auf die Art der eingesetzten KI-Systeme, die Rolle der Mitarbeitenden und die Risikoklasse der jeweiligen Anwendung.

Was der EU AI Act zur KI-Kompetenz vorschreibt

Artikel 4 des EU AI Act verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen dazu, sicherzustellen, dass ihr Personal über ausreichende KI-Kompetenz verfügt. Der Gesetzgeber verwendet dabei den Begriff „AI Literacy“ – also die Fähigkeit, KI-Systeme in ihrer Funktionsweise, ihren Möglichkeiten und ihren Risiken zu verstehen und verantwortungsvoll einzusetzen.

Wichtig: Der AI Act schreibt keine standardisierte Schulungspflicht vor, die für alle Mitarbeitenden in gleicher Form gilt. Stattdessen verlangt er eine an den jeweiligen Aufgaben und dem Risikoniveau ausgerichtete Kompetenzentwicklung. Unternehmen müssen also selbst beurteilen, welche Mitarbeitenden welches Wissen benötigen – und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Welche Unternehmen und Mitarbeitende betroffen sind

Grundsätzlich richtet sich der EU AI Act an zwei Hauptgruppen: Anbieter, die KI-Systeme entwickeln und in Verkehr bringen, sowie Betreiber, die KI-Systeme im beruflichen Kontext einsetzen. Beide Gruppen tragen Verantwortung für die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden – jedoch in unterschiedlichem Umfang.

Unternehmen, die KI-Anwendungen in ihren Geschäftsprozessen nutzen, gelten als Betreiber. Das betrifft eine breite Masse: vom Mittelständler, der KI-gestützte Bewerbungstools einsetzt, bis zum Konzern, der automatisierte Entscheidungssysteme im Kreditwesen oder in der Personalverwaltung betreibt. Besonders strenge Anforderungen gelten für sogenannte Hochrisiko-KI-Systeme, zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Beschäftigung, kritische Infrastruktur oder Strafverfolgung. Mitarbeitende, die solche Systeme bedienen oder überwachen, müssen nachweislich über das notwendige Verständnis verfügen, um Fehlfunktionen zu erkennen und eine wirksame menschliche Aufsicht sicherzustellen.

Was eine KI-Schulung laut EU AI Act enthalten muss

Der AI Act macht keine detaillierten Vorgaben zum Inhalt von Schulungen, nennt aber klare Kompetenzfelder, die abgedeckt sein sollten. Eine sinnvolle KI-Weiterbildung im Sinne des Gesetzes umfasst typischerweise folgende Bereiche:

  • Grundlegendes Verständnis von KI-Systemen: Wie funktioniert maschinelles Lernen, und wo liegen die Grenzen von KI-Entscheidungen?
  • Risikoklassen und regulatorische Einordnung: Welche Systeme fallen unter welche Kategorie des AI Acts?
  • Ethische und rechtliche Grundlagen: Transparenzpflichten, Diskriminierungsverbote, Datenschutz im KI-Kontext
  • Menschliche Aufsicht und Verantwortung: Wie erkennen Mitarbeitende Fehlverhalten von KI-Systemen, und wie reagieren sie darauf?
  • Rollenspezifisches Wissen: unterschiedliche Anforderungen für IT-Verantwortliche, Führungskräfte und operative Mitarbeitende

Welche Konsequenzen drohen bei fehlender KI-Kompetenz

Unternehmen, die die Anforderungen des EU AI Acts ignorieren, riskieren empfindliche Sanktionen. Bei Verstößen gegen grundlegende Pflichten – darunter die Sicherstellung von KI-Kompetenz – können Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängt werden, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Fehlt die notwendige Kompetenz, steigt zudem die Wahrscheinlichkeit, dass KI-Systeme fehlerhaft eingesetzt werden – mit potenziellen Schäden für Kunden, Mitarbeitende oder Dritte.

Wie Unternehmen KI-Schulungen sinnvoll umsetzen

Ein bewährter Einstieg ist eine Bestandsaufnahme: Welche KI-Systeme werden im Unternehmen eingesetzt? Welche Mitarbeitenden arbeiten damit? Und welches Risikoniveau ist damit verbunden? Auf dieser Grundlage lässt sich ein gezielter Schulungsplan entwickeln. Folgende Maßnahmen haben sich in der Praxis bewährt:

  • Rollenbasierte Schulungskonzepte statt pauschaler Basisschulungen für alle
  • Kombination aus Präsenz- und Online-Formaten für maximale Flexibilität
  • Regelmäßige Auffrischungen, da sich KI-Technologien und regulatorische Anforderungen schnell weiterentwickeln
  • Dokumentation der absolvierten Schulungen als Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden
  • Einbindung von Führungskräften, da KI-Governance eine Aufgabe des Managements ist

Wie wir bei der KI-Kompetenz nach EU AI Act unterstützen

Als spezialisierter IT-Weiterbildungsanbieter mit über 20 Jahren Erfahrung unterstützen wir Unternehmen dabei, die Anforderungen des EU AI Acts gezielt und praxisnah umzusetzen. Unsere KI-Kompetenz-Schulungen sind speziell darauf ausgerichtet, Mitarbeitende auf verschiedenen Ebenen fit für den verantwortungsvollen Umgang mit KI-Systemen zu machen. Wir bieten rollenspezifische Schulungsformate, flexible Durchführung als Präsenztraining, Online-Live-Schulung oder Inhouse-Seminar sowie zertifizierte Trainer mit echter Praxiserfahrung aus dem IT-Management. Jetzt Kontakt aufnehmen und KI-Kompetenz im Unternehmen aufbauen.

01.06.2026

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