Nicht jedes Unternehmen braucht zwingend einen KI-Beauftragten, aber viele profitieren erheblich davon. Sobald ein Unternehmen KI-Systeme produktiv einsetzt, entstehen rechtliche, ethische und organisatorische Verantwortlichkeiten, die klar zugeordnet sein müssen. Wer einen KI-Beauftragten einführt, schafft genau diese Klarheit. Die folgenden Fragen helfen dabei einzuschätzen, ob und wie diese Rolle in Ihrer Organisation sinnvoll ist.
Ein KI-Beauftragter verantwortet die strategische, rechtliche und organisatorische Steuerung des KI-Einsatzes im Unternehmen. Er koordiniert KI-Governance-Strukturen, bewertet Risiken, überwacht die Einhaltung regulatorischer Anforderungen und sorgt dafür, dass KI-Systeme vertrauenswürdig und nachvollziehbar eingesetzt werden.
Im Kern umfasst die Rolle drei große Aufgabenbereiche:
Darüber hinaus fungiert der KI-Beauftragte als zentraler Ansprechpartner für Behörden, den Betriebsrat und externe Partner. Bei Hochrisiko-KI-Systemen nach EU AI Act kommen weitere Pflichten hinzu, etwa die Sicherstellung menschlicher Überwachungsmechanismen und die Dokumentation automatisierter Entscheidungen.
Der EU AI Act schreibt keinen KI-Beauftragten als eigenständige Pflichtstelle vor. Allerdings verpflichtet er Betreiber und Anbieter von Hochrisiko-KI-Systemen zu einer Reihe von Maßnahmen, die in der Praxis eine dedizierte Verantwortlichkeit erfordern, ohne diese explizit so zu benennen.
Konkret verlangt der EU AI Act von Betreibern von Hochrisiko-KI-Systemen unter anderem:
Diese Pflichten lassen sich kaum nebenbei erledigen. Wer ernsthaft KI Governance im Unternehmen aufbauen will, kommt faktisch nicht darum herum, eine Person mit ausreichend Zeit, Kompetenz und Befugnissen zu benennen. Der EU AI Act ist seit dem 2. Februar 2025 in Kraft, und Unternehmen sollten entsprechende Strukturen jetzt etablieren, sofern sie das noch nicht getan haben.
Ein KI-Beauftragter lohnt sich nicht erst ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl, sondern sobald ein Unternehmen KI-Systeme produktiv einsetzt, die Entscheidungen beeinflussen oder automatisieren. Bereits mittelgroße Unternehmen mit KI-gestützten Prozessen in HR, Kundenservice oder Qualitätssicherung haben einen realen Bedarf.
Entscheidend ist nicht die Unternehmensgröße, sondern die Intensität des KI-Einsatzes. Folgende Faktoren sprechen für die Einführung der Rolle:
Kleinere Unternehmen können die Aufgaben zunächst in Teilzeit einer bestehenden Rolle zuordnen, etwa dem IT-Leiter oder dem Datenschutzbeauftragten. Wichtig ist, dass die Verantwortlichkeit klar definiert und dokumentiert ist, auch wenn sie nicht als Vollzeitstelle besetzt wird.
Ein KI-Beauftragter benötigt ein breites Kompetenzprofil aus technischem Grundverständnis, rechtlichem Wissen und organisatorischen Fähigkeiten. Kein einzelner Bereich allein reicht aus, da die Rolle an der Schnittstelle von Technologie, Recht und Management operiert.
Auf der fachlichen Ebene sollte ein KI-Beauftragter die Grundlagen künstlicher Intelligenz verstehen, also Konzepte wie maschinelles Lernen, die Klassifizierung von KI-Systemen sowie die Unterschiede zwischen schwacher und starker KI. Dazu kommt fundiertes Wissen über den EU AI Act, die DSGVO im KI-Kontext, Urheberrecht, Haftungsrecht und Informationssicherheitsrecht. Kenntnisse über ISO 42001, den internationalen Standard für KI-Managementsysteme, sind zunehmend gefragt.
Ebenso wichtig sind Fähigkeiten in Risikobewertung, Change Management und interner Kommunikation. Der KI-Beauftragte muss in der Lage sein, Ängste und Widerstände im Unternehmen aktiv anzusprechen, Skill-Gap-Analysen durchzuführen und ein mehrstufiges Lernkonzept zu etablieren. Wer die Rolle mit einer anerkannten Zertifizierung über ICO-Cert untermauert, signalisiert sowohl intern als auch extern nachweisbare Kompetenz.
Der Datenschutzbeauftragte (DSB) ist gesetzlich vorgeschrieben und fokussiert sich ausschließlich auf den Schutz personenbezogener Daten nach DSGVO. Der KI-Beauftragte hingegen hat einen wesentlich breiteren Aufgabenbereich, der Governance, Strategie, Compliance über mehrere Rechtsgebiete hinweg und den organisatorischen Wandel umfasst.
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
In der Praxis kann eine Person beide Rollen übernehmen, sofern sie die nötigen Kompetenzen mitbringt und keine Interessenkonflikte entstehen. Gerade in kleineren Unternehmen ist das eine pragmatische Lösung.
Die Einführung eines KI-Beauftragten gelingt am besten in drei Phasen: Orientierung und Pilotierung, Skalierung und Industrialisierung sowie kontinuierliche Transformation. Entscheidend ist, dass die Rolle von der Unternehmensführung aktiv unterstützt und mit ausreichend Befugnissen ausgestattet wird.
Ein bewährter Einführungsprozess umfasst folgende Schritte:
Wichtig ist außerdem, KI-Champions zu identifizieren und zu fördern, also Mitarbeitende, die als Multiplikatoren für den verantwortungsvollen KI-Einsatz wirken. Wer die KI-Weiterbildung strukturiert angeht, legt damit gleichzeitig den Grundstein für ein funktionierendes KI-Managementsystem.
Wir bei mITSM begleiten Unternehmen und Fachkräfte dabei, die Rolle des KI-Beauftragten kompetent zu besetzen und KI-Governance nachhaltig zu verankern. Unser Schulungsportfolio deckt genau die Kompetenzen ab, die für diese Aufgabe entscheidend sind:
Unsere Trainer sind zertifizierte Experten, die KI-Governance nicht nur theoretisch kennen, sondern aus der Praxis heraus vermitteln. Wer den ISO 42001 Audit als nächsten Schritt plant, findet bei uns die passende Vorbereitung. Jetzt Kurs auswählen und die Grundlage für einen kompetenten KI-Beauftragten im eigenen Unternehmen legen.
Dieser Inhalt wurde mithilfe von KI erstellt und kann Fehler enthalten.