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Fortschrittliche KI-Technologie im Einsatz bei mITSM für effizientes IT-Management.
KI-Wissen

Die KI-Compliance von Drittanbietern prüft man, indem man deren KI-Systeme anhand eines strukturierten Fragebogens bewertet, die Risikoklasse nach dem EU AI Act bestimmt und die Ergebnisse vertraglich absichert. Unternehmen, die KI-Tools von externen Anbietern einsetzen, tragen Mitverantwortung für deren regelkonformen Betrieb und können bei Verstößen selbst haftbar gemacht werden. Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Risiken konkret entstehen, was der EU AI Act fordert und wie eine systematische Prüfung in der Praxis aussieht.

Welche KI-Risiken gehen von Drittanbietern konkret aus?

Von Drittanbieter-KI gehen vor allem Risiken in den Bereichen Datenschutz, Datensicherheit, Diskriminierung, Fehlinformationen und regulatorische Haftung aus. Wer externe KI-Systeme in eigene Prozesse integriert, übernimmt faktisch einen Teil der Verantwortung für deren Verhalten, ohne die interne Kontrolle über Trainingsdaten, Modellarchitektur oder Entscheidungslogik zu haben.

Konkret lassen sich die Risiken in mehrere Kategorien einteilen:

  • Datenschutzrisiken: Viele KI-Tools verarbeiten personenbezogene Daten, oft auf Servern außerhalb der EU. Ohne klare Datenverarbeitungsvereinbarung kann das einen DSGVO-Verstoß bedeuten.
  • Integritätsrisiken: KI-Systeme können Informationen verändern oder fehlerhafte Ausgaben produzieren, ohne dass der Betreiber dies sofort bemerkt. Besonders kritisch ist das bei automatisierten Entscheidungen.
  • Diskriminierungs- und Bias-Risiken: Wenn das Modell eines Anbieters auf verzerrten Trainingsdaten basiert, können diskriminierende Empfehlungen entstehen, für die das einsetzende Unternehmen mitverantwortlich ist.
  • Transparenzrisiken: Viele Anbieter dokumentieren ihre Modelle unzureichend. Ohne technische Dokumentation lässt sich nicht beurteilen, ob ein System die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
  • Verfügbarkeits- und Abhängigkeitsrisiken: Wenn ein externer KI-Dienst ausfällt oder seinen Betrieb einstellt, können kritische Geschäftsprozesse unterbrochen werden.

Besonders problematisch ist, dass diese Risiken oft erst sichtbar werden, wenn ein Schaden eingetreten ist. Eine proaktive Prüfung vor der Einführung eines Drittanbieter-KI-Systems ist daher keine Formalität, sondern ein echtes Schutzinstrument.

Was fordert der EU AI Act von Unternehmen bei Drittanbieter-KI?

Der EU AI Act verpflichtet Unternehmen als Betreiber von KI-Systemen dazu, sicherzustellen, dass eingesetzte Systeme den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, auch wenn diese von einem Drittanbieter stammen. Die Verantwortung liegt nicht allein beim Anbieter, sondern wird zwischen Anbieter und Betreiber aufgeteilt.

Für Betreiber von Hochrisiko-KI-Systemen gelten laut EU AI Act unter anderem folgende Pflichten:

  1. Sicherstellung des Betriebs gemäß der vom Anbieter bereitgestellten Betriebsanleitung
  2. Implementierung menschlicher Überwachungsmechanismen
  3. Kontinuierliche Überwachung des Systems und Reporting an den Anbieter bei Auffälligkeiten
  4. Meldepflicht bei schwerwiegenden Vorfällen an die zuständigen nationalen Behörden
  5. Aufbewahrung automatisierter Protokolle (Logdateien) für mindestens sechs Monate
  6. Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO
  7. Informationspflicht gegenüber Betroffenen bei automatisierten Entscheidungen

Darüber hinaus verlangt der EU AI Act von allen Betreibern, unabhängig von der Risikoklasse, dass sie KI-Kompetenz im Unternehmen sicherstellen (Art. 4 KI-VO). Das bedeutet: Wer ein KI-Tool eines Drittanbieters einsetzt, muss intern die Fähigkeit besitzen, dieses Tool zu verstehen, zu überwachen und kritisch zu hinterfragen. Eine strukturierte KI-Weiterbildung ist damit kein optionales Extra, sondern eine regulatorische Grundvoraussetzung.

Wie bewertet man die KI-Compliance eines Anbieters systematisch?

Eine systematische Bewertung der KI-Compliance eines Anbieters erfolgt in vier Schritten: Risikoklassifizierung des Systems, Dokumentenprüfung, technische Sicherheitsbewertung und vertragliche Absicherung. Dieser Prozess sollte vor Vertragsabschluss beginnen und regelmäßig wiederholt werden.

Schritt 1: Risikoklasse bestimmen

Bevor man einen Anbieter bewertet, muss man verstehen, in welche Risikoklasse sein KI-System fällt. Der EU AI Act unterscheidet zwischen verbotenen Systemen, Hochrisiko-KI, Systemen mit begrenztem Risiko und Systemen mit minimalem Risiko. Je höher die Risikoklasse, desto strenger sind die Anforderungen an den Anbieter, und desto gründlicher muss die Prüfung ausfallen.

Schritt 2: Dokumentation und Transparenz prüfen

Seriöse KI-Anbieter stellen technische Dokumentation, Risikobewertungen und Konformitätsnachweise bereit. Fehlen diese Unterlagen oder sind sie unvollständig, ist das ein ernstes Warnsignal. Für Hochrisiko-Systeme ist eine vollständige technische Dokumentation nach EU AI Act Pflicht. Prüfe außerdem, ob der Anbieter Transparenzberichte veröffentlicht und mit nationalen Behörden zusammenarbeitet, wie es etwa der Digital Services Act für Plattformanbieter vorsieht.

Schritt 3: Technische Sicherheit bewerten

KI-Tools sollten regelmäßig aktualisiert werden und nur von vertrauenswürdigen Anbietern bezogen werden. Prüfe, ob der Anbieter Stand-der-Technik-Maßnahmen implementiert, den Dienst gegen unbefugten Zugriff absichert und Quellenangaben für KI-generierte Inhalte bereitstellt. Automatisierte Entscheidungen sollten grundsätzlich nur nach menschlicher Überprüfung übernommen werden.

Schritt 4: Verträge und Haftung klären

Die Compliance-Prüfung muss sich in der Vertragsgestaltung widerspiegeln. Dazu gehören klare Regelungen zur Datenverarbeitung, Haftungsverteilung, Meldepflichten bei Vorfällen und Auditrechten. Ohne vertragliche Grundlage bleibt die Compliance-Prüfung wirkungslos.

Welche Fragen sollte ein KI-Compliance-Fragebogen für Lieferanten enthalten?

Ein KI-Compliance-Fragebogen für Lieferanten sollte Fragen zu Risikoklassifizierung, technischer Dokumentation, Datenschutz, Sicherheitsmaßnahmen, menschlicher Aufsicht und Zertifizierungen enthalten. Der Fragebogen dient als strukturiertes Werkzeug, um die Aussagen eines Anbieters objektiv und vergleichbar zu bewerten.

Konkret empfehlen sich folgende Fragenkategorien:

  • Zur Risikoklassifizierung: Wie klassifiziert der Anbieter sein System nach EU AI Act? Wurde eine Konformitätsbewertung durchgeführt?
  • Zur technischen Dokumentation: Liegt eine vollständige technische Dokumentation vor? Ist eine CE-Kennzeichnung vorhanden (bei Hochrisiko-Systemen)?
  • Zum Datenschutz: Wo werden Daten verarbeitet und gespeichert? Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag? Wurde eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchgeführt?
  • Zur Transparenz: Werden Nutzer darüber informiert, dass sie mit einem KI-System interagieren? Sind Entscheidungen nachvollziehbar und erklärbar?
  • Zu Sicherheitsmaßnahmen: Welche technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOMs) sind implementiert? Wie werden Sicherheitsupdates eingespielt?
  • Zur menschlichen Aufsicht: Welche Mechanismen zur menschlichen Überwachung sind vorgesehen? Können automatisierte Entscheidungen manuell überschrieben werden?
  • Zu Zertifizierungen: Verfügt das Unternehmen über eine KIMS-Zertifizierung nach ISO 42001 oder wurde es entsprechend auditiert? Gibt es andere relevante Zertifizierungen?
  • Zu Vorfallsmanagement und Meldepflichten: Wie werden schwerwiegende Vorfälle gemeldet? Welche Reaktionszeiten sind vertraglich zugesichert?

Ein Anbieter, der diese Fragen nicht oder nur ausweichend beantwortet, sollte mit besonderer Vorsicht betrachtet werden. Die Antworten bilden zudem die Grundlage für die vertragliche Risikoverteilung.

Wie unterscheidet sich die Compliance-Prüfung je nach KI-Risikoklasse?

Die Tiefe und der Umfang der Compliance-Prüfung richten sich direkt nach der Risikoklasse des eingesetzten KI-Systems. Bei Hochrisiko-KI ist eine umfassende Prüfung mit technischer Dokumentation, Konformitätsnachweisen und Auditrechten erforderlich, während bei KI mit minimalem Risiko eine einfache Grundprüfung ausreicht.

Hochrisiko-KI-Systeme

Hier ist die Prüfung am aufwendigsten. Vom Anbieter sind vollständige technische Dokumentation, ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem, Nachweise über Datensätze und Trainingsverfahren sowie eine CE-Kennzeichnung zu verlangen. Als Betreiber muss man zusätzlich eigene Maßnahmen implementieren: menschliche Überwachung, Logdateiaufbewahrung, Datenschutz-Folgenabschätzung und Informationspflichten gegenüber Betroffenen. Ein ISO/IEC 42001-Audit kann dabei helfen, Lücken im eigenen KI-Managementsystem zu identifizieren, bevor ein Hochrisiko-System eingeführt wird.

KI-Systeme mit begrenztem Risiko

Bei diesen Systemen stehen Transparenzpflichten im Vordergrund. Nutzer müssen wissen, dass sie mit einer KI interagieren, zum Beispiel bei Chatbots oder KI-generierten Inhalten. Die Prüfung konzentriert sich darauf, ob der Anbieter diese Transparenzpflichten erfüllt und entsprechende Kennzeichnungsmechanismen implementiert hat.

KI-Systeme mit minimalem Risiko

Für diese Kategorie gibt es keine verpflichtenden Zusatzanforderungen nach EU AI Act. Eine Grundprüfung auf Datenschutzkonformität und allgemeine Sicherheitsstandards ist dennoch sinnvoll. Anbieter können freiwillig einen Verhaltenskodex aufstellen, was als positives Signal für Seriosität gewertet werden kann.

Wer im Unternehmen ist für die Drittanbieter-KI-Prüfung zuständig?

Die Verantwortung für die Drittanbieter-KI-Prüfung liegt typischerweise beim KI-Compliance-Beauftragten, in Zusammenarbeit mit der IT-Leitung, dem Datenschutzbeauftragten und dem Einkauf. In der Praxis handelt es sich um eine Querschnittsaufgabe, die mehrere Fachbereiche einbezieht und eine klare interne Zuständigkeitsregelung erfordert.

Je nach Unternehmensgröße und eingesetzten KI-Systemen empfiehlt sich folgende Aufgabenteilung:

  • KI-Compliance-Beauftragter: Koordiniert den gesamten Prüfprozess, bewertet die regulatorischen Anforderungen und dokumentiert die Ergebnisse.
  • IT-Leitung: Bewertet technische Sicherheitsmaßnahmen, Integrationspunkte und Verfügbarkeitsrisiken des Drittanbieter-Systems.
  • Datenschutzbeauftragter: Prüft die DSGVO-Konformität, bewertet Datenflüsse und stellt sicher, dass Auftragsverarbeitungsverträge vorliegen.
  • Einkauf und Rechtsabteilung: Verankern die Compliance-Anforderungen vertraglich und regeln Haftung, Auditrechte und Meldepflichten.
  • Fachabteilung: Beschreibt den konkreten Einsatzkontext und hilft bei der Risikoklassifizierung des Systems.

Entscheidend ist, dass die Prüfung nicht als einmaliges Ereignis verstanden wird. KI-Systeme entwickeln sich weiter, Anbieter aktualisieren ihre Modelle, und regulatorische Anforderungen ändern sich. Eine regelmäßige Überprüfung, mindestens einmal jährlich oder bei wesentlichen Änderungen des Systems, ist daher unerlässlich. Unternehmen, die noch keine klare Zuständigkeit für KI-Governance definiert haben, sollten dies als erste Maßnahme angehen, bevor weitere Drittanbieter-KI-Systeme eingeführt werden.

So unterstützt mITSM bei der KI-Compliance von Drittanbietern

Die Prüfung von Drittanbieter-KI erfordert fundiertes Wissen über den EU AI Act, ISO/IEC 42001 und praktische Bewertungsmethoden. Genau hier setzt mITSM an. Als spezialisierter Bildungsanbieter mit über 20 Jahren Erfahrung in der IT-Weiterbildung bieten wir konkrete Unterstützung auf mehreren Ebenen:

  • KI-Compliance-Schulungen: Unsere Kurse vermitteln das Wissen, das KI-Compliance-Beauftragte, IT-Verantwortliche und Datenschutzbeauftragte benötigen, um Drittanbieter-KI systematisch zu bewerten. Alle Trainer sind zertifizierte Experten, die ihre Inhalte aus der Praxis kennen.
  • ISO/IEC 42001-Audit: Wir prüfen, ob das KI-Managementsystem Ihres Unternehmens den Anforderungen des internationalen Standards entspricht, identifizieren Lücken und liefern einen konkreten Maßnahmenkatalog.
  • Personenzertifizierungen über ICO-Cert: Unsere Schulungen schließen mit anerkannten Personenzertifizierungen über ICO-Cert ab und steigern den Marktwert Ihrer Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt konkret.
  • Inhouse-Schulungen: Unsere standardisierten Kursformate können direkt bei Ihnen vor Ort durchgeführt werden, sodass ganze Teams gemeinsam KI-Compliance-Kompetenz aufbauen.

Ob Sie gerade erst beginnen, KI-Governance im Unternehmen aufzubauen, oder bereits ein bestehendes System auf Konformität prüfen möchten: Sprechen Sie uns an. Informieren Sie sich jetzt über unser Schulungsangebot zu KI-Compliance oder vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch, um den nächsten Schritt gemeinsam zu planen.

Dieser Inhalt wurde mithilfe von KI erstellt und kann Fehler enthalten.

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