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KI-gesteuerte Roboterhand bei der Arbeit an einem Computer.

KI-Wissen

Was ist der Unterschied zwischen generativer KI und klassischer KI?

Künstliche Intelligenz ist längst kein Fachbegriff mehr, der nur in Forschungslaboren fällt. KI-Tools begegnen uns im Alltag, im Job und in der IT-Branche an jeder Ecke. Wer KI-Grundlagen lernen möchte, stolpert dabei schnell über zwei Begriffe: klassische KI und generative KI. Beide klingen ähnlich, funktionieren aber grundlegend anders.

Wie funktioniert klassische KI, und welche Methoden nutzt sie?

Klassische KI analysiert vorhandene Daten, erkennt Muster und trifft auf dieser Basis Entscheidungen oder Vorhersagen. Sie lernt aus gelabelten Datensätzen und optimiert ein klar definiertes Ziel, zum Beispiel, um eine E-Mail als Spam zu klassifizieren oder den Ausfall einer Maschine vorherzusagen.

Die wichtigsten Methoden der klassischen KI sind:

  • Maschinelles Lernen (Machine Learning): Algorithmen lernen aus Trainingsdaten, ohne explizit programmiert zu werden.
  • Entscheidungsbäume und regelbasierte Systeme: Logische Wenn-dann-Strukturen, die auf definierten Regeln basieren.
  • Neuronale Netze (traditionell): Vereinfachte Nachbildungen des menschlichen Gehirns, die für Klassifikationsaufgaben trainiert werden.
  • Support Vector Machines: Mathematische Modelle, die Datenpunkte in Kategorien einteilen.

Das Ziel klassischer KI ist immer dasselbe: vorhandene Informationen einordnen, bewerten oder Zahlen vorhersagen. Sie beantwortet die Frage „Was ist das?“ oder „Was passiert als Nächstes?“, aber sie erschafft nichts Neues.

Wie erzeugt generative KI neue Inhalte?

Generative KI erzeugt neue Inhalte, indem sie aus riesigen Datenmengen statistische Muster lernt und diese nutzt, um Texte, Bilder, Code oder Audio zu produzieren, die es vorher nicht gab. Das bekannteste Prinzip dahinter sind sogenannte Large Language Models (LLMs) wie GPT. Wenn du ein solches Modell nach einem Konzept fragst, berechnet es, welche Wörter und Sätze in diesem Kontext am wahrscheinlichsten passen, und baut daraus einen neuen Text zusammen. Generative KI ist damit weniger ein Werkzeug zum Analysieren als ein Werkzeug zum Erschaffen.

Welche Stärken und Schwächen haben beide KI-Ansätze im Vergleich?

Stärken und Schwächen klassischer KI

Klassische KI liefert zuverlässige, nachvollziehbare Ergebnisse, wenn die Aufgabe klar definiert ist. Sie ist gut erklärbar, ressourcenschonend und lässt sich gut in bestehende Systeme integrieren. Ihre Schwäche: Sie kann nur das tun, wofür sie trainiert wurde, und braucht in der Regel hochwertige, gelabelte Trainingsdaten.

Stärken und Schwächen generativer KI

Generative KI ist flexibel, vielseitig und kann auf natürlichsprachliche Eingaben reagieren, ohne dass du als Nutzer technische Vorkenntnisse brauchst. Das macht den KI-Einstieg für Anfänger deutlich einfacher. Gleichzeitig neigen generative Modelle dazu, plausibel klingende, aber falsche Informationen zu produzieren, sogenannte Halluzinationen.

Wo werden generative und klassische KI in der Praxis eingesetzt?

Klassische KI findet sich überall dort, wo Daten analysiert, klassifiziert oder Vorhersagen getroffen werden müssen. Typische Einsatzfelder sind Betrugserkennung im Bankwesen, Predictive Maintenance in der Industrie, Spam-Filter sowie medizinische Diagnoseunterstützung durch Bilderkennung.

Generative KI hingegen unterstützt bei der Erstellung von Inhalten, der Kommunikation und der Automatisierung von Wissensarbeit – etwa durch Textgenerierung (z. B. ChatGPT), Code-Assistenten wie GitHub Copilot oder Chatbots im Kundensupport.

Welche KI-Kenntnisse brauchen IT-Fachkräfte heute?

IT-Fachkräfte brauchen heute kein tiefes mathematisches Verständnis von KI-Algorithmen, aber sie sollten wissen, wie KI-Systeme funktionieren, wo ihre Grenzen liegen und wie sie sinnvoll eingesetzt werden können. Konkret nützlich sind folgende Kenntnisse:

  • Grundlegendes Verständnis von Machine Learning: Was sind Trainingsdaten, Modelle und Vorhersagen?
  • Umgang mit generativen KI-Tools: Wie formuliert man gute Prompts? Wie bewertet man die Ausgaben kritisch?
  • KI in der IT-Praxis: Wie lassen sich KI-Tools in bestehende Prozesse integrieren, zum Beispiel zur Automatisierung oder Effizienzsteigerung?
  • Datenschutz und Ethik: Welche Risiken entstehen beim Einsatz von KI, und wie geht man damit verantwortungsvoll um?

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Philipp Starke

Philipp ist Experte für Künstliche Intelligenz und Informationssicherheit beim mITSM. Mit mehrjähriger Praxiserfahrung in Software-Unternehmen und einem rechtswissenschaftlichen Hintergrund im IT-Recht ist er als Trainer, Berater und Auditor von KI- und Informationssicherheits-Managementsystemen sowie als Juror beim Cyber/AI Innovation World Cup tätig.
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