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Neues aus IT-Management und Weiterbildung

Warum arbeiten nicht mehr Leute im Homeoffice?

Corona hat unsere Gesellschaft weiterhin fest im Griff. In der Ministerpräsidentenkonferenz am 19.01.21 wurde wieder über eine Verschärfung der Maßnahmen diskutiert. Im Gespräch war auch eine Homeoffice-Pflicht. Diese wurde nun tatsächlich als eine Art „Recht auf Homeoffice“ ins Maßnahmenpaket aufgenommen. Der Hintergrund ist einfach: Der Arbeitsplatz birgt Kontakte und damit eine gewisse Ansteckungsgefahr – Infektionsschutzmaßnahmen hin oder her. Ein großes Problem ist aber vor allem der Arbeitsweg der Berufspendler: In vollen öffentlichen Verkehrsmitteln kann oft kein Mindestabstand von 1,50 m eingehalten werden.

Obwohl die Pandemie-Lage keineswegs entspannter ist, als im ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr, strömen jetzt mehr Leute ins Büro. Während des ersten Lockdowns im April 2020 gaben 27 Prozent der Befragten an, ganz oder zumindest überwiegend von Zuhause aus zu arbeiten. Laut einer Befragung der Hans-Böckler-Stiftung, die im November durchgeführt wurde, arbeiteten zu dieser Zeit nur 14 Prozent überwiegend von Zuhause aus. Und das, obwohl Experten und Regierung immer wieder eindringlich zu Homeoffice mahnten. Wir fragen uns, woran es liegt, dass im zweiten Lockdown bisher so viel weniger Homeoffice genutzt wurde. Dafür haben wir uns auf zwei Gruppen fokussiert: Diejenigen, die Homeoffice machen können und dürfen, aber nicht wollen, und diejenigen, die können und wollen, aber nicht dürfen.

Verweigerer: Ich kann und darf – aber ich will nicht!

Nachdem die Situation für alle neu war im Frühjahr – man erinnere sich an irrationale Hamsterkäufe und die leeren Supermarktregale – hat die Angst vor dem Virus inzwischen wohl nachgelassen. Der kürzlich erschienenen Homeoffice-Studie von Indeed ist hierzu zu entnehmen: 10 Prozent der befragten Arbeitnehmer könnten und dürften im Homeoffice arbeiten, nehmen dieses Angebot aber freiwillig nicht wahr. Über die persönliche Motivation der „Homeoffice-Verweigerer“ lassen sich verschiedene Annahmen treffen: Manche haben das Gefühl, im Homeoffice weniger produktiv zu sein, oder wünschen sich eine (örtliche) Trennung von Arbeit und Privatem. Hinzu kommt, dass die Möglichkeit von Zuhause aus zu arbeiten im Frühjahr für viele neu war. Was zunächst somit als interessant galt, ist inzwischen zur Gewohnheit geworden, der Reiz verflogen. Hinzu kommt, dass der Arbeitstag an den kurzen Wintertagen zuhause ohne „Tapetenwechsel“ noch schneller verstreicht.

Homeoffice-Verbot: Ich kann und will – aber ich darf nicht!

Aus der bereits genannten Indeed-Studie geht auch hervor, dass 13 Prozent der Arbeitnehmer genauso gut von Zuhause aus arbeiten könnten, dies aber nicht dürfen. Nachdem im Frühjahr schon so viel mehr Homeoffice ermöglicht wurde als im Herbst, sollte das technische Setup in der Regel nicht das Problem sein. Dass Führungskräften oft unwohl beim Thema Homeoffice ist, hat andere Gründe: Viele fürchten eine Veränderung in der Unternehmenskultur, wenn sich dauerhaft eine Homeoffice-Kultur etabliert. Hierarchien und strikte Arbeitstrennung zwischen den Abteilungen lassen sich im Homeoffice schlechter umsetzen. Die Mitarbeiter arbeiten autonomer, nehmen mehr Flexibilität in Anspruch und arbeiten fachlich übergreifender zusammen. Für eine Führungskraft mit traditionellem Führungsstil bedeutet Homeoffice also einen gewissen Grad an Kontrollverlust. Eine weitere Sorge der Führungskräfte ist, dass Mitarbeiter im Homeoffice oft ein geringeres Bewusstsein für Informationssicherheit haben. So wird z.B. öfter mal etwas an die private E-Mail-Adresse weitergeleitet, um unkompliziert zu drucken, oder das Passwort kurz über den Messenger-Dienst an den Kollegen geschickt.

Für letztere Sorge gibt es Abhilfe: Durch die Schulung von Mitarbeitern in den Themen Informationssicherheit und Datenschutz kann Awareness geschaffen werden. Unbeabsichtigte Leichtsinnigkeiten der Mitarbeiter können so vermieden werden.


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Melden Sie sich dazu gerne bei: Mathias Geißelsöder, [email protected]

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Quellen:

20.01.2021

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